Ausstellung mit Begleitprogramm im Museum im Spital Grünberg (15.01.-01.03.2020): Erwin Stein (1903 - 1992). Minister, Richter, Stifter,


Die Ausstellung im Museum im Spital Grünberg geht dem Leben und Wirken Erwin Steins in seinem historischen Kontext nach. Erinnert wird an eine Persönlichkeit, die zu den Gründerfiguren des Bundeslandes Hessen und der Bundesrepublik gezählt werden kann.

Erwin Stein, 1903 in Grünberg geboren und in Heidelberg, Frankfurt und Gießen zum Juristen ausgebildet, verließ 1933 den Staatsdienst. Durch sein Engagement in der Verfassungsberatenden Landesversammlung gilt er als einer der Väter der Hessischen Verfassung.

Gezeichnet von den Erfahrungen des Dritten Reichs, hat Erwin Stein auch als hessischer Kultusminister unter dieser Verfassung markante Akzente gesetzt. Kurzzeitig war er darüber hinaus hessischer Justizminister und Mitglied des Bundesrats. Zugleich setzte er sich beharrlich für die Wiedererrichtung der Universität Gießen ein.

Als hessischer Kultus- und Unterrichtsminister war seine Politik einem christlich-humanistischen Weltbild verpflichtet und zielte darauf, gleiche Bildungschancen für alle herzustellen. Während seiner Amtszeit wurden unter anderem die Schuldgeld- und Lernmittelfreiheit, die Errichtung politikwissenschaftlicher Lehrstühle an den Universitäten Frankfurt, Marburg und Darmstadt sowie die Schaffung einer zentralen Archivschule für Deutschland in Marburg beschlossen.

1951 wurde Erwin Stein nach kurzer Amtszeit am Bundesgerichtshof als Richter der ersten Generation ins Bundesverfassungsgericht gewählt, wo er in seinem zwanzigjährigen Wirken an wichtigen Entscheidungen mitwirkte.

Im Ruhestand ließ sich Erwin Stein in Annerod nieder, sein Wohnhaus dient der Justus-Liebig-Universität Gießen heute als Gästehaus. Im Jahr 1991 errichtete er die Erwin-Stein-Stiftung. Am 15. August 1992 verstarb Erwin Stein im Alter von 89 Jahren.

Die Ausstellung wurde von Apl. Prof. Dr. Anne C. Nagel, Historisches Institut am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der JLU, in Zusammenarbeit mit dem Vorstand der Erwin-Stein-Stiftung erarbeitet und 2016 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem beigefügten Flyer.

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„Und in allen Gegensätzen steht ...

... – unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert – die stille Liebe zu unserer Heimat.“ (Kurt Tucholsky)