Schlossbibliothek Laubach - Höhepunkte der letzten zwanzig Jahre


Seit 20 Jahren organisiert Trautel Wellenkötter Themenausstellungen in der Schlossbibliothek Laubach, der umfangreichsten Privatbibliothek Deutschlands.

Das Jubiläum soll eine kleine Rückschau sein. Die Bibliothekare konzentrierten sich auf die Themen: „Flora und Fauna“, „Garten und Kunst“, „Ferne Welten, fremde Völker“, „Die Frauen der Solmser“ sowie „Mode im Wandel der Zeiten“. Dazu kommen noch nicht gezeigter Bücherschätze aus den Bereichen “Kunst und Architektur” sowie Literatur.

Gezeigt werden die wertvollen Kräuterbücher aus dem 15. und 16. Jahrhundert, Anna Sibylla Merians „Raupenbuch“ (1679) oder die Farbpunktstich-Technik der Redouté-Rosen aus der Zeit Napoleons. Zu sehen sind die “Melastoma” von Alexander von Humboldt und die Fische, die der halbblinde Conrad Gesner im 17. Jh. beschrieb und zeichnete. Auch die fantastischen Vögel der Sammlung Leonhard Frisch sind dabei.

Bei Reisebüchern ist zu bereits Bekannten immer auch etwas Neues zu lernen: Herberstein berichtet über Russland, Kircher über China und Ludolf über Afrika. Highlights sind die Indianerbücher des Prinzen Max zu Wied, Exotisches aus Hindustan von Langles oder die Darstellungen indigener Völker in Neuseeland, wie sie Georg Forster vermittelte. Erst recht gilt das für die Tempelanlagen im syrischen Palmyra, die unlängst durch den IS teilweise zerstört wurden.

Modejournal (dkl 2009)

Das Thema Frauengeschichte wird eingeleitet von Bildern aus historischen Modejournalen; zu erfahren ist vom Leben der Anna von Hessen, Mutter des Grafen Friedrich Magnus, über die Gräfinnen Benigna, Elisabeth Charlotte und von Manon zu Solms-Laubach, deren Briefwechsel mit Rilke zu den Bücherschätzen gehört. Es gibt wertvolle Erstausgaben von Tassos „Das befreite Jerusalem“, Lessings „Hamburgische Dramaturgie“ oder Goethes „Wilhelm Meisters Wanderjahre“. Und Shakespeares Werke von George Steevens (1773) aus dem Besitz des Übersetzers August Wilhelm Schlegel.

Prächtige Einbände, wie sie in der Bibliothek seinerzeit von dem genialischen Kunsthandwerker Johann Conrad Merz gefertigt wurden – etwa die Fürstenausgabe der Werke Wielands im etruskischen Stil - beschließen das Kapitel „bibliophile Schätze“.

Eröffnung: 10. April, 17 Uhr.
Regelmäßige Führungen finden mittwochs statt, Sonderführungen (außer an Samstagnachmittagen und Sonntagen) auf Anfrage unter 06405 / 910410 bzw. 910416; privat: 06405 / 1348, email wellenkoetter@t-online.de

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„Und in allen Gegensätzen steht ...

... – unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert – die stille Liebe zu unserer Heimat.“ (Kurt Tucholsky)