Vortrag: Dieter Wunder (Bad Nauheim), Zwei Landgrafschaften, eine Adelskooperation. Der hessische Adel in der frühen Neuzeit


Der OHG lädt herzlich ein zu einem

Vortrag am Mittwoch, 7. November 2018 um 19 Uhr im Netanya-Saal im Alten Schloss am Brandplatz.

Dieter Wunder skizziert die Bedeutung des hessischen Adels in der Frühen Neuzeit (etwa 1500 bis 1800). Er stellt einzelne bemerkenswerte Adlige vor, wie den kaiserlichen Oberst Heinrich Hartmann Schutzbar gen. Milchling zu Treis an der Lumda (+1591) oder die Radikalpietistin Eleonore von Merlau (1644–1724).

Geschlecht vnd Zeit Register der Freyherrn zu Burgmilchling etc. vnnd dero vralten Edlen Stammens, der Schutzsper genannt Milchling, zu Drays an der Lomb, um 1610 (Ausschnitt Titel). Quelle: LMU Universitätsbibliothek: urn:nbn:de:bvb:19-epub-14286-3

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen drei Themen: die Einheit des hessischen Adels in den zwei Landgrafschaften Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt bis 1810, die Auseinandersetzungen des Adels mit den Landgrafen und die Spaltung des hessischen Adels im 18. Jahrhundert.

Bemerkenswert und ohne Beispiel im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation war das ritterschaftliche Stift Kaufungen bei Kassel, das dem Adel von Landgraf Philipp 1532 geschenkt worden war, um aus seinen Einkünften heiratenden Töchtern eine Aussteuer zahlen zu können. Dieses Stift wurde der organisatorische Mittelpunkt für den hessischen Adel. 1735 / 36 wurde zusätzlich eine Unterstützung aus dem Stift für arme unverheiratete adlige Töchter beschlossen. Noch heute besteht das Stift als gemeinnützige Stiftung der Althessischen Ritterschaft.

Dr. Dieter Wunder studierte Geschichte und Germanistik, er arbeitete als Gymnasiallehrer in Hamburg. Seit 2005 beschäftigt er sich mit der Sozialgeschichte Hessens in der Frühen Neuzeit. Im Zentrum stehen dabei die Themen Adel, Dorf sowie die Geschichte der Juden. Neben verschiedenen Aufsätzen kam 2016 sein Buch „Der Adel im Hessen des 18. Jahrhunderts - Herrenstand und Fürstendiener. Grundlagen einer Sozialgeschichte des Adels in Hessen.“ heraus.

Auch Nicht-Mitglieder sind stets willkommen. Es wird kein Eintritt erhoben, Spenden sind willkommen.

Bitte beachten Sie auch unser aktuelles Vortragsprogramm.

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„Und in allen Gegensätzen steht ...

... – unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert – die stille Liebe zu unserer Heimat.“ (Kurt Tucholsky)