Vortragsprogramm und Winterexkursionen 2021/22


Angesichts der dynamischen pandemischen Entwicklung, für die die Empfehlung gilt, nicht notwendige Kontakte tunlichst wieder einzuschränken, sehen wir uns zu unserem großen Bedauern gehalten, die u.g. Vortragstermine (Grothe, 24.11., Sosnowski, 8.12.2021, Helwig, 19.01.2022) aufzuheben.

Um den Vorträgen eine möglichst breite Resonanz zu sichern, haben wir uns entschieden, sie zu verschieben und entsprechende Anfragen an den Referenten und die Referentin gerichtet.

Sobald neue Termine angesetzt werden können, werden wir zeitnah darüber unterrichten.

Mit der Bitte um Verständnis für unsere Entscheidung, die uns nicht leicht gefallen ist.

urspr. Information

Mit unserem Vortragsprogramm im Winterhalbjahr 2021 / 2022 stellen wir Ihnen wieder acht interessante Themen vor, für die wir Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen gewonnen haben.

Als Teil der Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung der Ausbreitung des Corona- Virus (SARS-CoV2) und aufgrund gesetzlicher Vorgaben müssen wir Sie um Ihre ANMELDUNG zu den Vorträgen unter der Mailadresse des jeweiligen Vortrags bitten.

Anmeldungen für die jeweilige Veranstaltung können frühestens 14 Tage und spätestens 3 Tage vor dem Vortragstermin entgegengenommen werden. Die jeweilige Emailadresse ist nur in dieser Phase aktiv. Wir bitten Sie, dies zu beachten.

Ihre Anmeldung muss unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Kontaktdaten (mit Telefonnummer) sowie der Namen Ihrer Begleitperson(en) erfolgen. Zugang zur Veranstaltung können nur Personen erhalten, die den Nachweis erbringen, dass sie genesen, geimpft oder getestet sind.

Ihre Teilnahme unterliegt im Übrigen den jeweils gültigen Corona- Bestimmungen der Stadt Gießen. Wir bitten Sie insbesondere auch um Beachtung der AHA-Regeln.

Vorträge

20. Oktober 2021
Dr. Christoph Krieger, Traben-Trabach
„Saufen für den Führer!“ Gießen und seine Weinpatenschaften im Dritten Reich
Anmeldung: vortrag.krieger@ohg-giessen.de

09. November 2021 - Achtung Dienstag!
Prof. Dr. Eckhart Conze, Marburg
Ein vergangenes Reich? Das Deutsche Kaiserreich in Geschichte und Gegenwart
Anmeldung: vortrag.conze@ohg-giessen.de

150 Jahre nach seiner Gründung wird das 1871 in Versailles proklamierte Deutsche Kaiserreich in Wissenschaft und Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Der "Schatten des Kaiserreiches" (E. Conze) scheint bis in die Gegenwart zu reichen. Vor diesem Hintergrund fragt der Vortrag nach dem Ort des Kaiserreichs in der deutschen Geschichte vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. Wie demokratisch war der erste deutsche Nationalstaat? Hat sich Deutschland 1871 auf einen "Sonderweg" in die Moderne begeben? War in der Reichsgründung von 1871 der Erste Weltkrieg bereits angelegt? Was verbindet 1871 mit 1933, was das Kaiserreich mit dem Nationalsozialismus? Und ist uns das Kaiserreich heute wieder näher gerückt? Der Vortrag verknüpft Geschichte und Gegenwart und warnt vor einem allzu weich gezeichneten Bild des Reiches von 1871.

Prof. Dr. Eckart Conze ist seit 2003 Professor für Neuere und Neueste Geschichte am Seminar für Neuere Geschichte der Philipps-Universität Marburg. 2005-2010 war er Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Auswärtigen Amts in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik. Seit 2010 ist er Direktor des Internationalen Forschungs- und Dokumentationszentrums Kriegsverbrecherprozesse (ICWC) der Universität Marburg

FÄLLT CORONABEDINGT AUS: 24. November 2021
Prof. Dr. Ewald Grothe, Wuppertal
Ein erster Schritt in die Moderne. Die hessen-darmstädtische Verfassung von 1820
Anmeldung: vortrag.grothe@ohg-giessen.de

Die Verfassung des Großherzogtums Hessen-Darmstadt, die vor zweihundert Jahren im Dezember 1820 in Kraft gesetzt wurde, zählt zur sogenannten ersten Verfassungswelle nach 1815. In den ersten fünf Jahren nach dem Wiener Kongress erhielten vier mittelgroße süddeutsche Staaten des Deutschen Bundes, nämlich Bayern (1818), Württemberg, Baden (beide 1819) und Hessen-Darmstadt moderne Verfassungsurkunden. Diese Verfassungen folgten dem Modell des monarchischen Konstitutionalismus, das mit der Selbstbindung des Fürsten an eine Verfassung und der Einführung des Parlamentarismus einen Schritt in die Moderne bedeutete. In dem Vortrag werden Entstehung, Inhalt und Wirkung der hessen-darmstädtischen Verfassung von 1820 erläutert.

Prof. Dr. Ewald Grothe studierte Geschichte, öffentliches Recht und Rechtsgeschichte in Marburg. Seit 2009 ist er apl. Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal, außerdem ist er Leiter des Archivs des Liberalismus in Gummersbach, Mit-Herausgeber des „Jahrbuchs zur Liberalismus-Forschung“ (seit 2012), im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (seit 2017), Mitglied des Beirats der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus (seit 2018).

FÄLLT CORONABEDINGT AUS: 8. Dezember 2021
Dr. Sandra Sosnowski, Wiesbaden
Ergebnisse der jüngsten Ausgrabungen in der Stadt Gießen
Anmeldung: vortrag.sosnowski@ohg-giessen.de

Die Ergebnisse der Grabungen der vergangenen fünf Jahre werden in diesem Vortrag vorgestellt. Dabei wird ein weiter Bogen gespannt von wechselvollen Veränderungen des Stadtbildes durch die neuzeitlichen Befestigungsbauten bis hin zur vorgeschichtlichen Besiedlung.

Dr. Sandra Sosnowski ist als Bezirksarchäologin am Landesamt für Denkmalpflege Hessen u.a. für Stadt und Landkreis Gießen zuständig. Sie studierte Prähistorischen Archäologie, Geologie/Paläontologie und Afrikanistik an den Universitäten Halle, Jena, Leipzig und Köln. Sie hat an zahlreichen Ausgrabungen im In- und Ausland teilgenommen und an Ausstellungen mitgewirkt.

FÄLLT CORONABEDINGT AUS: 19. Januar 2022
Heidrun Helwig, Gießen
Die Abrahams: Eine jüdische Familie aus Gießen
Anmeldung: vortrag.helwig@ohg-giessen.de

Vier Stolpersteine in der Gießener Neustadt und die Begegnung mit Hildegard Abraham aus London markierten im November 2017 den Anfang der Recherchen zu der Familie, die ursprünglich aus Ehringshausen stammt und deren vier Kinder durch die Verfolgung der Nationalsozialisten ganz unterschiedliche Schicksale erleiden mussten. Vor dem einstigen Zuhause in der Neustadt 31 wird an Adolf Abraham, seine Frau Clementine und den gemeinsamen Sohn Siegbert sowie die Mutter Fanny Abraham erinnert, die den mörderischen Plänen der NS-Diktatur zum Opfer fielen. Sein Bruder Siegfried überlebte mit Frau, Sohn Hans – dem späteren Ehemann von Hildegard Abraham – sowie der Tochter Ruth die Deportation nach Bergen-Belsen. Zuvor hatte er noch dafür gesorgt, dass der dritte Bruder Karl mit seiner Familie im Jahr 1940 auswandern konnte. Die einzige Schwester Beta hatte die Gefahr rechtzeitig erkannt und sich vor Kriegsausbruch mit Ehemann und Tochter nach Südamerika gerettet. Die Referentin hat sich in verschiedenen Archiven auf Spurensuche begeben und dank Hildegard Abraham Einblicke in private Unterlagen und Fotoaufnahmen erhalten.

Heidrun Helwig M.A.: Die Referentin ist Redakteurin beim Gießener Anzeiger und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Schicksalen von jüdischen Opfern des Nationalsozialismus sowie mit der lange vergessenen und marginalisierten Opfergruppe der Sinti und Roma. Sie hat Geschichte, Germanistik, Romanistik und Politikwissenschaft in Gießen und Orléans studiert.

FÄLLT CORONABEDINGT AUS: 2. Februar 2022
Dr. Matthias Bode, Marburg
Modernisierung auf dem Land – Zur Geschichte der Aussiedlerhöfe
Anmeldung: vortrag.bode@ohg-giessen.de

2. März 2022
Dr. Armin Becker, Frankfurt/Xanten
Neueste Forschungsergebnisse zu den Chatten
Anmeldung: vortrag.becker@ohg-giessen.de

16. März 2022
Dr. Stephan Brakensiek, Trier
Neue Perspektiven auf einen „Alten Meister“ – Zur Aktualität des deutsch-französischen Kupferstechers Johann Georg Wille (1715-1808)
Anmeldung: vortrag.brakensiek@ohg-giessen.de

Die Vorträge finden soweit nicht anders vermerkt mittwochs um 19.00 Uhr im Netanya-Saal des Alten Schlosses am Brandplatz in Gießen statt. Wir nehmen keinen Eintritt, freuen uns jedoch über Spenden für die Saalmiete. Gäste sind stets willkommen.

Winterexkursionen

Wir freuen uns, wieder zwei Winterexkursionen anbieten zu können. Das Motto „Ich sehe was, was Du (noch) nicht siehst!“ soll im Lumdatal Archäologie und historische Kulturlandschaft zum einen am Samstag, dem 11.12.2021, rund um den Totenberg und zum zweiten am 19.2.2022 rund um den Aspenkippel und Aspenstrauch erprobt werden. Nähere Einzelheiten zu diesen Veranstaltungen entnehmen Sie bitte dem Programmzettel.

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„Und in allen Gegensätzen steht ...

... – unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert – die stille Liebe zu unserer Heimat.“ (Kurt Tucholsky)