OHG Vortrag (17.04.2024) - Henriette Stuchtey (Gießen): „Von frevlerischen Händen zerstört“. Die Bau- und Erinnerungsgeschichte der Synagoge an der Südanlage in Gießen


Der OHG lädt herzlich ein zu einem

Vortrag im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Vereins am Mittwoch, 17. April 2024 um 19:45 Uhr
im Netanya-Saal im Alten Schloss am Brandplatz.

Der Vortrag handelt von der Bau- und Erinnerungsgeschichte der ehemaligen Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinde an der Südanlage und dem zugehörigen Gemeindehaus in der Lonystraße 4. Die Vortragende berichtet über die jüngsten Erkenntnisse der Recherchen, die durch Bodenfunde bei den Grabungen für die geplante Foyer-Erweiterung der Kongresshalle angestoßen wurden.

Nach der Zerstörung der Synagoge durch die Nationalsozialisten, dem Zwangsverkauf des Gemeindehauses an die Stadt und den Kriegsschäden wird die Neugestaltung eines der zentralen Orte der Stadtgeschichte - des heutigen Berliner Platzes - ab Ende der 1950er Jahre diskutiert. Im Mittelpunkt steht dabei der Umgang mit der Erinnerung an den historischen Standort der Synagoge beim Bau der Kongresshalle (1962-1966). Gezeigt werden zahlreiche historische Aufnahmen aus den städtischen Archiven.

"Von frevlerischen Händen zerstört“ – das Zitat stammt aus dem Jahr 1960 vom damaligen hessischen Landesrabbiner Isaak Emil Lichtigfeld, der einen Textvorschlag für die Grundsteinurkunde der Kongresshalle übermittelte, um den ihn das Stadtbauamt Gießen gebeten hatte.

Henriette Stuchtey absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Tischlergesellin, bevor sie das Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Europäische Ethnologie in Freiburg und Bonn aufnahm. Im Anschluss war sie als Kunsthistorikerin und Restauratorin im Kunsthandel und in Museen tätig, in Deutschland und langjährig in London, u.a. am Victoria & Albert Museum. Zudem ist sie freiberufliche Autorin insbesondere für Nachschlagewerke und seit 1991 Mitarbeiterin des Allgemeinen Künstlerlexikon mit einem Schwerpunkt auf angewandte Kunst und Architektur. Seit 2018 ist sie bei der Unteren Denkmalschutzbehörde der Universitätsstadt Gießen tätig.

Auch Nicht-Mitglieder sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, zumindest auf dem Weg zum Sitzplatz, wird weiterhin empfohlen.

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„Und in allen Gegensätzen steht ...

... – unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert – die stille Liebe zu unserer Heimat.“ (Kurt Tucholsky)