Mitgliederversammlung (17.04.2024) des Oberhessischen Geschichtsvereins mit Vorstandswahl


Die diesjährige Mitgliederversammlung des Oberhessischen Geschichtsvereins (OHG) fand wieder im Netanya-Saal im Alten Schloss statt. Es standen Vorstandswahlen an und im Anschluss war zu einem öffentlichen Vortrag über die Gießener Synagoge geladen.

Der Bericht des Vorstands über die Arbeit im vergangenen Jahr war im Vorhinein versandt worden, es konnten 14 Vorträge angeboten und 8 Exkursionen durchgeführt werden, eine erstaunlich hohe Zahl, die durch Corona-Nachholaktionen mitbestimmt war. Der Vorsitzende Dr. Michael Breitbach konnte sich daher in der MV auf ein besonderes Anliegen fokussieren, dass nämlich der Name Oberhessisches Museum erhalten bleiben möge.

Die publik gewordenen Pläne zur Suche nach einem neuen „griffigen“ Namen haben den Vorstand beunruhigt, er sieht sich als Traditionsverein in der Pflicht auf die Ursprünge des Namens und die langjährige (Mit)Verantwortung des Oberhessischen Geschichtsvereins für das Museum hinzuweisen. Auch als es 1925 in den Besitz der Stadt Gießen überging, waren - bis in die Zeit des Wiederbeginns nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs – dem OHG-Vorstand verbundene Personen in Leitungsfunktion, bis zu Manfred Blechschmidt. Im Übrigen seien historische Namen andernorts ein Qualitätsmerkmal, auch wenn politisch neue Regionenbegriffe eingeführt sind, wie etwa das Kurpfälzische Museum in Heidelberg.

Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder mit dem Vorsitzenden Dr. Michael Breitbach: Jürgen Dauernheim (links), Burkhard Holderer (rechts)

Die Redaktion der Mitteilungen des OHG konnte den soeben gedruckten Band 108 (2023) vorlegen, der wie gewohnt im Stadtarchiv abgeholt werden kann, für Mitglieder kostenfrei. Nach Entlastung des Vorstands durch die Mitgliederversammlung wurde der neue Vorstand gewählt. Breitbach hatte zuvor die langjährigen Mitglieder Burkhard Holderer und Jürgen Dauernheim verabschiedet. Die Besetzung ist daher leicht verändert:

  • 1.Vorsitzender: Dr. Michael Breitbach
  • 2.Vorsitzender: die Position wird noch geklärt
  • Kassenwart: Klaus Storbakken
  • Schriftführung: Sabine Raßner
  • Beisitzerinnen sind nach wie vor: Karin Bautz, Dr. Eva-Marie Felschow, Susanne Gerschlauer, Dagmar Klein, Dr. Carsten Lind, neu hinzugekommen sind Stadtarchivar Dr. Christian Pöpken und Dr. Werner Schmidt.

Einen Beschluss musste der neu gewählte Vorstand noch durchführen: die Erhöhung der Jahresmitgliedsbeiträge um 10 Euro auf 25/30 Euro. Seit 40 Jahren war der alte Betrag stabil gehalten worden, doch aufgrund der sinkenden Mitgliederzahl durch Sterbefälle, die durch Neuzugänge nicht aufgefangen wird, ist die Erhöhung notwendig.

Um die Aufgaben des Vereins weiter durchführen zu können, brauche es aber eine stabile Finanzgrundlage, so Breitbach. Der Antrag stieß auf einhellige Zustimmung der Anwesenden.

Im Anschluss wurden die Türen geöffnet für weitere Interessierte, die nun dem Vortrag von Henriette Stuchtey, Mitarbeiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde Gießen, lauschen wollten, die von ihren Forschungen zur Synagoge an der Südanlage berichtete. Sie schlug den Bogen von der Vergangenheit des Baus über die Pogromzerstörung und den Bau des Bürgerhauses an dieser Stelle bis zur zukünftigen Gedenkstätte.

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„Und in allen Gegensätzen steht ...

... – unerschütterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne Sentimentalität und ohne gezücktes Schwert – die stille Liebe zu unserer Heimat.“ (Kurt Tucholsky)